12. Juni 2026 News

Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie muss europäischer Rohstofffahrplan werden

Deutsche Regierung setzt Signal

Breitenwang/Reutte, 11. Juni 2026 – Letzte Woche beschloss die deutsche Bundesregierung das Aktionsprogramm zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie. Dies ist ein positives Signal für die weltweit tätige Plansee Group, deren Recyclingquote für den kritischen Werkstoff Wolfram bei rund 90 % liegt. Kreislaufwirtschaft ist mehr als nur ein Beitrag zu Umweltschutz und Klimazielen: Sie ist auch ein starker Hebel für Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und resilientere Wertschöpfungsketten.

Das Beispiel Wolfram zeigt, welches Potenzial in einer konsequenten Kreislaufführung steckt. Wolfram ist ein kritischer Rohstoff und sowohl als Hartmetall (Wolframkarbid) für Werkzeuge als auch als Wolframmetall unverzichtbar in zahlreichen Hightech-Anwendungen, z.B. für die Medizinindustrie, die Elektronik oder die Luft- und Raumfahrt. Der Werkstoff kann wiederaufbereitet oder im industriellen Maßstab recycelt werden. Wolfram lässt sich nahezu unbegrenzt und ohne Qualitätsverlust im Kreislauf führen; ein Downcycling wie bei anderen Materialien findet nicht statt. Recyclingverfahren für Wolfram sind seit Langem etabliert und industriell erprobt. 

Statements von Karlheinz Wex, Vorstandsvorsitzender der Plansee Group

„Mit dem Beschluss der vergangenen Woche, das Aktionsprogramm zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie auf den Weg zu bringen, setzt die deutsche Bundesregierung ein wichtiges Signal. Für uns als internationales Industrieunternehmen mit Hauptsitz in Österreich ist dieser Schritt von unmittelbarer Bedeutung, weil Deutschland ein zentraler Industriestandort in Europa ist und Rohstoffströme, Lieferketten und Wertschöpfung eng miteinander verflochten sind. Richtig umgesetzt, unterstützt eine umfassende Kreislaufwirtschaft nicht nur Umwelt- und Klimaziele, sondern leistet vor allem einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung kritischer Rohstoffe und damit zur industriellen Stärke Europas.“

„Erstens müssen wir Kreislaufwirtschaft breiter verstehen als nur Recycling. Bei knappen und teuren Rohstoffen wie etwa Wolfram geht es im ersten Schritt darum, den Materialeinsatz insgesamt zu reduzieren und Produkte länger zu nutzen, indem wir sie durch Nachschliff oder Wiederaufbereitung wieder einsatzfähig machen.“

„Zweitens müssen vorhandene Sekundärrohstoffe konsequent in regionalen Wertschöpfungsketten gehalten werden. Dafür braucht es klare politische Rahmenbedingungen – etwa Exportrestriktionen für Wolframschrotte, verbunden mit einer Pflicht zur Wiederaufbereitung und Rückführung. So ließe sich die Abhängigkeit von Primärrohstoffen spürbar reduzieren und bestehende Ressourcen effizienter nutzen.“

„Drittens braucht auch Europa perspektivisch strategische Rohstoffreserven. Die USA und China sind hier bereits weiter. Der Aufbau solcher Reserven darf nicht dazu führen, dass die aktuell bestehende Knappheit weiter verschärft wird. Vielmehr ist es geboten, den Recyclinganteil weiter zu steigern und Minenprojekte in der westlichen Welt langfristig zu entwickeln und finanziell abzusichern.“

„Die Plansee Group zeigt seit Jahren, dass eine funktionierende Wolfram-Kreislaufwirtschaft industriell möglich ist: Im Geschäftsjahr 2024/25 lag unsere Wolfram-Recyclingquote bei 88 Prozent. Das heißt, ein Großteil unserer Produkte wurde aus recyceltem Wolfram hergestellt.“

Über die Plansee Group

Mit den Unternehmensbereichen Plansee und CERATIZIT sowie der Beteiligung an Molymet ist die Plansee Group eines der weltweit führenden pulvermetallurgischen Industrieunternehmen.

Die Plansee Group ist auf Produkte aus den Werkstoffen Molybdän und Wolfram spezialisiert und deckt dabei die gesamte Wertschöpfungskette ab – von der Aufbereitung der Rohstoffe (aus Schrotten oder Erzkonzentraten) bis zu kundenspezifischen Werkzeugen und Komponenten.

Das Produktportfolio umfasst mehr als 100 000 verschiedene Produkte und Werkzeuge. Damit ermöglicht die Plansee Group Hightech-Geräte des täglichen Bedarfs wie Smartphones ebenso wie nachhaltige und effiziente Lösungen für die Mobilität, die Energieversorgung und die industrielle Fertigung.

Die Plansee Group erzielte im Geschäftsjahr 2023/24 mit 11.208 Mitarbeitern einen konsolidierten Umsatz von 2,28 Milliarden Euro.

Das Geschäftsjahr endet mit dem letzten Februartag.

 

Medienkontakt

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