Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie muss europäischer Rohstofffahrplan werden
Deutsche Regierung setzt Signal
Breitenwang/Reutte, 11. Juni 2026 – Letzte Woche beschloss die deutsche Bundesregierung das Aktionsprogramm zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie. Dies ist ein positives Signal für die weltweit tätige Plansee Group, deren Recyclingquote für den kritischen Werkstoff Wolfram bei rund 90 % liegt. Kreislaufwirtschaft ist mehr als nur ein Beitrag zu Umweltschutz und Klimazielen: Sie ist auch ein starker Hebel für Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und resilientere Wertschöpfungsketten.
Das Beispiel Wolfram zeigt, welches Potenzial in einer konsequenten Kreislaufführung steckt. Wolfram ist ein kritischer Rohstoff und sowohl als Hartmetall (Wolframkarbid) für Werkzeuge als auch als Wolframmetall unverzichtbar in zahlreichen Hightech-Anwendungen, z.B. für die Medizinindustrie, die Elektronik oder die Luft- und Raumfahrt. Der Werkstoff kann wiederaufbereitet oder im industriellen Maßstab recycelt werden. Wolfram lässt sich nahezu unbegrenzt und ohne Qualitätsverlust im Kreislauf führen; ein Downcycling wie bei anderen Materialien findet nicht statt. Recyclingverfahren für Wolfram sind seit Langem etabliert und industriell erprobt.
Statements von Karlheinz Wex, Vorstandsvorsitzender der Plansee Group
„Mit dem Beschluss der vergangenen Woche, das Aktionsprogramm zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie auf den Weg zu bringen, setzt die deutsche Bundesregierung ein wichtiges Signal. Für uns als internationales Industrieunternehmen mit Hauptsitz in Österreich ist dieser Schritt von unmittelbarer Bedeutung, weil Deutschland ein zentraler Industriestandort in Europa ist und Rohstoffströme, Lieferketten und Wertschöpfung eng miteinander verflochten sind. Richtig umgesetzt, unterstützt eine umfassende Kreislaufwirtschaft nicht nur Umwelt- und Klimaziele, sondern leistet vor allem einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung kritischer Rohstoffe und damit zur industriellen Stärke Europas.“
„Erstens müssen wir Kreislaufwirtschaft breiter verstehen als nur Recycling. Bei knappen und teuren Rohstoffen wie etwa Wolfram geht es im ersten Schritt darum, den Materialeinsatz insgesamt zu reduzieren und Produkte länger zu nutzen, indem wir sie durch Nachschliff oder Wiederaufbereitung wieder einsatzfähig machen.“
„Zweitens müssen vorhandene Sekundärrohstoffe konsequent in regionalen Wertschöpfungsketten gehalten werden. Dafür braucht es klare politische Rahmenbedingungen – etwa Exportrestriktionen für Wolframschrotte, verbunden mit einer Pflicht zur Wiederaufbereitung und Rückführung. So ließe sich die Abhängigkeit von Primärrohstoffen spürbar reduzieren und bestehende Ressourcen effizienter nutzen.“
„Drittens braucht auch Europa perspektivisch strategische Rohstoffreserven. Die USA und China sind hier bereits weiter. Der Aufbau solcher Reserven darf nicht dazu führen, dass die aktuell bestehende Knappheit weiter verschärft wird. Vielmehr ist es geboten, den Recyclinganteil weiter zu steigern und Minenprojekte in der westlichen Welt langfristig zu entwickeln und finanziell abzusichern.“
„Die Plansee Group zeigt seit Jahren, dass eine funktionierende Wolfram-Kreislaufwirtschaft industriell möglich ist: Im Geschäftsjahr 2024/25 lag unsere Wolfram-Recyclingquote bei 88 Prozent. Das heißt, ein Großteil unserer Produkte wurde aus recyceltem Wolfram hergestellt.“
Über die Plansee Group: Fokus auf die Metalle Molybdän und Wolfram
Die Plansee Group ermöglicht mit ihren Produkten Anwendungen an der Grenze des technisch-physikalisch Machbaren – in Elektronik, Medizintechnik, Energieversorgung, Maschinenbau, Bauindustrie, Mobilität sowie Sicherheit und Verteidigung.
Die Unternehmensgruppe mit Sitz in Reutte/Tirol ist auf die pulvermetallurgische Verarbeitung der Hochleistungswerkstoffe Molybdän und Wolfram spezialisiert. Die Wertschöpfungskette reicht von der Aufbereitung von Schrotten und Erzkonzentraten über die Herstellung von Vorprodukten und Rohlingen bis hin zur Entwicklung und Produktion kundenspezifischer Komponenten und Werkzeuge.
Die Plansee Group mit der Dachgesellschaft Plansee Holding AG vereint zwei starke Unternehmensbereiche:
• Plansee Hochleistungswerkstoffe, spezialisiert auf metallische Produkte aus Molybdän und Wolfram.
• Ceratizit, fokussiert auf Werkzeug aus Hartmetall (Wolframkarbid) für Handwerk, Zerspanung und industrielle Fertigung.
Langfristige Versorgungssicherheit für ihre Schlüsselwerkstoffe gewährleistet die Plansee Group über das Recycling und langfristige Partnerschaften mit Minenbetreibern. Am chilenischen Molybdänverarbeiter Molymet ist die Plansee Group mit 31 Prozent beteiligt und am Wolfram-Minenbetreiber Almonty mit zehn Prozent.
Mit 11.120 Mitarbeitern an 36 Produktionsstandorten erzielte die Plansee Group im Geschäftsjahr 2025/26 einen konsolidierten Umsatz von 2,35 Milliarden Euro. Das Geschäftsjahr endet am letzten Februartag.
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