03. Juli 2026 News

Geschäftsjahr 2025/26: Knappe Rohstoffe: Plansee Group sichert Wolframversorgung

Plansee Group in herausforderndem Geschäftsumfeld stabil

Breitenwang/Reutte, 7. Juli 2026 – Trotz knapper Rohstoffversorgung und deutlich gestiegener Preise hat die Plansee Group ihre Position beim kritischen Metall Wolfram weiter ausgebaut. Für Kunden bedeutete das: Sie konnten sich durchgehend auf eine verlässliche Belieferung verlassen – ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil in einem zunehmend angespannten Marktumfeld. Auch die Versorgungssicherheit mit Molybdän wurde weiter ausgebaut. Der Umsatz der Unternehmensgruppe stieg im vergangenen Geschäftsjahr um vier Prozent.

 

„Wolfram ist so etwas wie die Lebensversicherung für die Industrie“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Plansee Group, Karlheinz Wex, anlässlich der Jahres-pressekonferenz des Unternehmens am Hauptsitz in Reutte/Breitenwang. Wolfram wird für viele Hightech-Anwendungen in der Elektronik, Medizintechnik und anderen Schlüsselbranchen gebraucht. Die besondere Verschleißfestigkeit des Metalls nutzen vor allem Unternehmen, die Metalle oder andere Werkstoffe bearbeiten. Sie setzen Werkzeuge aus Wolframkarbid ein. Ohne diese Werkzeuge würden große Teile der produzierenden Wirtschaft stillstehen.

Nachdem China als Hauptproduzent von Wolfram mit einem Anteil von über 80 Prozent weltweit die Ausfuhren reduziert hat und mittlerweile mehr Wolfram importiert als exportiert, hat sich die Verfügbarkeit von Wolfram auf den westlichen Märkten in den vergangenen 1,5 Jahren verknappt. Die Plansee Group hat die Abhängigkeit von der Wolframversorgung aus China frühzeitig erkannt und arbeitet seit 20 Jahren an der Rohstoffsicherung. Im Geschäftsjahr 2025/26 betrug die Recyclingquote von Wolfram 92 Prozent. Der Weltmarktanteil bei Wolframvormaterial stieg auf zwölf Prozent.

Die Wolfram-Rohstoffversorgung der Plansee Group basiert auf drei Säulen: dem systematischen Sammeln und Sortieren von Wolframschrotten, der kontinuierlichen Weiterentwicklung der eigenen Recyclingtechnologien sowie langfristigen Abnahmevereinbarungen mit Minenbetreibern. So ist die Plansee Group größter Anteilseigner des Bergbauunternehmens Almonty Industries und hat sich den Großteil der Produktion der Sangdong-Mine in Südkorea langfristig gesichert. Der für heuer angekündigte Produktionsstart der vor 30 Jahren stillgelegten Mine gilt als das größte Wolfram-Projekt in der westlichen Welt. Mittelfristig sollen von dort bis zu 20 Prozent des geförderten Wolframkonzentrats außerhalb Chinas kommen. 

Aufgrund der Verknappung ist der Wolfram-Preis seit Anfang 2025 um bis zum Faktor Zehn gestiegen. Im zurückliegenden Geschäftsjahr, das am 28. Februar endete, bildet sich dieser Umstand nur zum Teil ab: Der Umsatz erhöhte sich um vier Prozent auf 2,35 Milliarden Euro, wobei die Verkaufsmengen nur leicht stiegen.

„Insgesamt hat sich die Plansee Group in einem anhaltend schwierigen Marktumfeld stabil entwickelt“, bilanzierte Wex. Eine schwache Nachfrage aus der Automobil-, Halbleiter- und Energietechnikindustrie wurde durch leicht positive Impulse aus dem Maschinenbau und der Bauindustrie sowie durch ein weiterhin wachsendes Geschäft in den Bereichen Luftfahrt, Verteidigung und Medizintechnik kompensiert.

Gewachsen ist die Nachfrage nach Vormaterialien und Halbfertigprodukten aus Wolfram. In dieser Situation punktete die Plansee Group mit hoher Lieferfähigkeit. „Unsere jahrzehntelangen Bemühungen, eine stabile, unabhängige und nachhaltige Wolframversorgung aufzubauen, haben sich gelohnt. Wir waren jederzeit in der Lage, alle unsere Bestandskunden zuverlässig zu beliefern“, so Karlheinz Wex.

Die Eigenkapitalquote wurde um einen Prozentpunkt auf 60 Prozent gesteigert und unterstreicht die solide finanzielle Basis des Unternehmens. Der Personalstand weltweit stieg leicht an: um 230 Personen auf 11.120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

 

Investitionen in Sachanlagen und Innovation

 

Ein strategischer Schwerpunkt bleibt auch die Sicherung der Versorgung mit Molybdän. Die Beteiligung am weltweit größten Molybdänverarbeiter Molymet in Chile wurde auf 31 Prozent erhöht. In Sachanlagen investierte das Unternehmen insgesamt 145 Millionen Euro. Damit bewegten sich die Investitionen auf dem Niveau des Vorjahres. Ein Schwerpunkt lag auf dem Ausbau der Kapazitäten entlang der Wolfram-Wertschöpfungskette. Dazu gehören unter anderem die Weiterverarbeitung von Wolframkonzentrat zu Wolframoxid, die Herstellung von Wolframpulvern sowie die Produktion von Wolfram-Schwermetallen. Auch die weitere Verarbeitung zu hochwertigen Produkten wie Drähten und Blechen aus Wolfram wurde ausgebaut.

Ein weiterer Fokus lag auf der Automatisierung der Produktionsprozesse, insbesondere an europäischen Standorten, um Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit weiter zu steigern. International investierte das Unternehmen in den Ausbau der Standorte in Indien, Bulgarien und Polen. Zusätzlich wurde an mehreren Standorten in den Bau moderner Industrieöfen investiert, um Produktionskapazitäten zu erweitern und technologische Standards weiter zu verbessern.

Für Forschung und Entwicklung wurden 95 Millionen Euro aufgewendet. Entwickelt wurden etwa Bauteile für Computertomografen oder Werkzeuge für die Bearbeitung von Flugzeugturbinen. Der Anteil neuer Produkte am Umsatz blieb mit 30 Prozent stabil. Wichtige Impulse für Innovationen lieferte erneut das internationale Plansee Seminar, das alle vier Jahre in Breitenwang/Reutte stattfindet. Die Veranstaltung ist mit über 500 Teilnehmern die weltweit größte pulvermetallurgische Fachkonferenz für Forscher, Entwickler und Anwender.

 

Nachhaltigkeit als Differenzierungsfaktor

 

Bei der Umsetzung des im Jahr 2021 festgelegten Nachhaltigkeitsprogramms machte die Gruppe weiter Fortschritte: Der CO-Fußabdruck (Scope 1, 2 und 3 upstream) konnte seit dem Basisjahr 2020/21 um 30 Prozent auf 277.000 Tonnen COe reduziert werden. Der Anteil erneuerbarer Energien liegt gruppenweit bei 98 Prozent.  

Ein Meilenstein wurde am Standort Reutte erreicht: Ein Elektrolyseur zur Herstellung von Wasserstoff aus erneuerbaren Energien reduziert die CO-Emissionen um bis zu 4.000 Tonnen pro Jahr. Die Unternehmensbereiche CERATIZIT und Plansee HLW wurden von der Nachhaltigkeitsplattform Ecovadis jeweils mit der Platin-Medaille ausgezeichnet und zählen damit zu den besten ein Prozent aller bewerteten Unternehmen weltweit.

 

Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr

 

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die Plansee Group weiterhin ein herausforderndes Umfeld, geprägt von geopolitischen Spannungen, De-Globalisierungstendenzen und einer hohen Volatilität bei Rohstoffpreisen. Insbesondere Handelskonflikte und Exportrestriktionen bleiben zentrale Unsicherheitsfaktoren.

Die Marktentwicklung wird uneinheitlich erwartet: Während sich die Automobilindustrie seitwärts entwickeln dürfte, rechnet das Unternehmen in der Medizintechnik, im Maschinenbau und in der Bauindustrie mit moderatem Wachstum. Für die Halbleiterindustrie wird ein stärkeres Wachstum erwartet, während sich Luftfahrt und Verteidigung auf gutem Niveau stabilisieren dürften.

Vor diesem Hintergrund setzt die Plansee Group auf eine konsequente Steigerung der operativen Leistungsfähigkeit. Durch Preismaßnahmen und Produktivitätssteigerungen soll die Profitabilität weiter verbessert werden. 

Ein weiterer Fokus liegt auf der Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen, um Effizienzsteigerungen insbesondere in Produktion sowie Vertrieb und Verwaltung zu erzielen. Parallel dazu treibt das Unternehmen die Standardisierung von Prozessen und die Weiterentwicklung der IT-Systemlandschaft voran.

Die Sicherstellung der Rohstoffversorgung bleibt ein zentrales strategisches Ziel. Dabei wird das Recycling von Wolfram weiterhin die wichtigste Rolle spielen, ergänzt durch langfristige Partnerschaften entlang der Lieferkette. „Die konsequente Rückwärtsintegration entlang der Wertschöpfungskette erweist sich gerade in einem volatilen Umfeld als entscheidender Wettbewerbsvorteil“, betont Karlheinz Wex. „Gleichzeitig gewinnt Nachhaltigkeit weiter an Bedeutung – insbesondere durch zirkuläre Geschäftsmodelle, die zunehmend an Fahrt aufnehmen.“

Insgesamt sieht sich die Plansee Group mit ihrer resilienten Organisation gut aufgestellt, um auch in einem anspruchsvollen und dynamischen Marktumfeld erfolgreich zu agieren.

 

Konsolidierte Kennzahlen der Plansee Group

 


2023/24

 

2024/25

 

2025/26

 

Umsatz

 

2,28 Mrd. Euro

 

2,25 Mrd. Euro

 

2,35 Mrd. Euro

 

Mitarbeiter

 

11 208

 

10 890

 

11 120

 

Arbeitsunfälle pro 1 Million Arbeitsstunden

 

7,4

 

7,6

 

7,6

 

Investitionen

 

209 Mio. Euro

 

150 Mio. Euro

 

145 Mio. Euro

 

Aufwendungen für F&E

 

88 Mio. Euro

 

99 Mio. Euro

 

95 Mio. Euro

 

Neuproduktanteil

 

38 Prozent

 

30 Prozent

 

30 Prozent

 

Eigenkapitalquote

 

57 Prozent

 

59 Prozent

 

60 Prozent

 

Recyclingrate Wolfram

 

90 Prozent

 

 

88 Prozent

 

92 Prozent

 

 

Kreislaufrate

Molybdän

 

32 Prozent

 

26 Prozent

 

28 Prozent

 

CO-Fußabdruck

(Corporate Carbon Footprint: Scope 1, 2 market-based und 3 upstream)*

 

312.000 Tonnen COe

 

295.000 Tonnen COe

 

277.000

Tonnen COe

 

Anteil von Strom aus regenerativen Quellen

 

92 Prozent

 

97 Prozent

 

98 Prozent

*Basisjahr 2020/21: 397.000 Tonnen COe

 


 

Bildunterschriften:

Der Vorstand der Plansee Group (von links nach rechts): Andreas Schwenninger, Karlheinz Wex (Vorstandsvorsitzender), Ulrich Lausecker und Andreas Lackner. Foto: Rolf Marke

Karlheinz Wex, Vorstandsvorsitzender der Plansee Group. Foto: Andi Mayr

Über die Plansee Group: Fokus auf die Metalle Molybdän und Wolfram

Die Plansee Group ermöglicht mit ihren Produkten Anwendungen an der Grenze des technisch-physikalisch Machbaren – in Elektronik, Medizintechnik, Energieversorgung, Maschinenbau, Bauindustrie, Mobilität sowie Sicherheit und Verteidigung.

Die Unternehmensgruppe mit Sitz in Reutte/Tirol ist auf die pulvermetallurgische Verarbeitung der Hochleistungswerkstoffe Molybdän und Wolfram spezialisiert. Die Wertschöpfungskette reicht von der Aufbereitung von Schrotten und Erzkonzentraten über die Herstellung von Vorprodukten und Rohlingen bis hin zur Entwicklung und Produktion kundenspezifischer Komponenten und Werkzeuge.

Die Plansee Group mit der Dachgesellschaft Plansee Holding AG vereint zwei starke Unternehmensbereiche:
•    Plansee Hochleistungswerkstoffe, spezialisiert auf metallische Produkte aus Molybdän und Wolfram.
•    Ceratizit, fokussiert auf Werkzeug aus Hartmetall (Wolframkarbid) für Handwerk, Zerspanung und industrielle Fertigung.

Langfristige Versorgungssicherheit für ihre Schlüsselwerkstoffe gewährleistet die Plansee Group über das Recycling und langfristige Partnerschaften mit Minenbetreibern. Am chilenischen Molybdänverarbeiter Molymet ist die Plansee Group mit 31 Prozent beteiligt und am Wolfram-Minenbetreiber Almonty mit zehn Prozent. 

Mit 11.120 Mitarbeitern an 36 Produktionsstandorten erzielte die Plansee Group im Geschäftsjahr 2025/26 einen konsolidierten Umsatz von 2,35 Milliarden Euro. Das Geschäftsjahr endet am letzten Februartag.

Medienkontakt

Dénes Széchényi
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